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CONTAINERPARK

Ratgeber

Gebrauchte Kühlcontainer für den Export kaufen

Woran sich entscheidet, ob ein in Europa gekaufter gebrauchter Kühlcontainer am Zielort die Temperatur hält: Aggregat, Strom, PTI und die Prüfpunkte, die eine müde Einheit entlarven.

Aktualisiert

Wer einen Kühlcontainer gebraucht kaufen und nach Ghana, Südafrika, Katar oder Pakistan exportieren will, sieht die Einheit meist erst, wenn sie angekommen ist. Die entscheidenden Fragen sind überall dieselben: Funktioniert die Kältemaschine, läuft sie mit der Stromversorgung am Zielort, und wie viel Nutzungsdauer steckt noch in ihr?

Ein Kühlcontainer besteht aus zwei Produkten in einem Gehäuse: einem isolierten Container und einem Kälteaggregat. Beide altern unterschiedlich schnell. Eine Einheit kann strukturell einwandfrei sein und ein verschlissenes Aggregat haben — oder ein gutes Aggregat in einem Gehäuse mit nachlassender Isolierung. Dieser Ratgeber zeigt, was Sie spezifizieren, was Sie prüfen und was die Stromversorgung am Zielort leisten muss. Größen und Innenmaße finden Sie unter Kühlcontainer.

Erst den Einsatzzweck festlegen

Derselbe 40-Fuß-High-Cube-Kühlcontainer kann für drei ganz unterschiedliche Aufgaben gekauft werden, und je nach Aufgabe zählen andere Prüfpunkte:

  • Temperaturgeführter Transport — die Einheit befördert Ladung mit Solltemperatur über See. Aggregat, Regler, Temperaturschreiber, CSC-Plakette und die Annahme durch die Reederei sind entscheidend. Siehe SOC-Container.
  • Kühlzelle am Zielort — der Container wird an den Standort verschifft und dort angeschlossen. Aggregat und Isolierung zählen am meisten, und die Stromversorgung vor Ort ist meist der begrenzende Faktor.
  • Isolierte Lagerung ohne Kühlung — ein Non-Operating Reefer (NOR), gekauft wegen des Gehäuses. Der Zustand des Aggregats spielt keine Rolle; Isolierung, Innenverkleidung und Türen sind alles, und der Preis liegt bei einem Bruchteil einer funktionsfähigen Einheit.

Das Kälteaggregat

Verbreitete Hersteller von Kälteaggregaten für Kühlcontainer sind Carrier Transicold, Thermo King, Daikin und Star Cool von Maersk Container Industry. Wichtiger als die Marke sind Modell, Baujahr und Wartungshistorie. Für Ersatzteile und Service zählt die Marke aber sehr wohl — klären Sie, ob Techniker am Zielort diesen Hersteller betreuen, bevor Sie sich zwischen Angeboten entscheiden.

Die Hersteller veröffentlichen Einsatzbereiche je Modell. Daikin nennt für die LXE-Serie einen Innentemperaturbereich von −30 °C bis +30 °C bei Umgebungstemperaturen von −30 °C bis +50 °C. Thermo King gibt für das Magnum Plus −40 °C bis +40 °C bei Umgebungstemperaturen bis +50 °C an. Das sind Nennwerte für Aggregate in gutem Zustand. Eine Gebrauchteinheit ist so viel wert, wie sie im Test erreicht — deshalb zählt das Prüfprotokoll mehr als der Prospekt.

Achten Sie auch auf das Kältemittel. Carrier liefert seine PrimeLINE-Aggregate beispielsweise mit R-134a befüllt und für eine spätere Umstellung auf R-513A vorbereitet, und neuere Aggregate sind auf alternative Kältemittel ausgelegt. Wer die Einheit am Zielort wartet, braucht das passende Kältemittel und das passende Verfahren.

Pre-Trip-Inspection (PTI)

Die Pre-Trip-Inspection ist eine Prüfung des leeren Kühlcontainers vor der Herausgabe: Sie bestätigt, dass Kälteaggregat, Temperaturregelung und Aufzeichnungsgeräte funktionieren, dass der Container keine strukturellen Schäden hat und dass der Innenraum sauber und beladebereit ist. Aktuelle Regler verfügen über einen automatischen Pre-Trip-Testablauf, der Verdichter, Lüfter, Sensoren und Ventile durchprüft und jeden Schritt mit bestanden oder nicht bestanden quittiert.

Für einen Kühlcontainer, der Ladung befördern soll, ist eine aktuelle PTI Voraussetzung; wie aktuell sie sein muss, legen Reedereien und Terminals selbst fest. Auch bei einer Einheit, die als Kühlzelle gekauft wird, ist sie der beste Einzelnachweis, dass die Technik funktioniert. Fragen Sie nach Datum, Ergebnis und Durchführendem der letzten PTI — und werten Sie „lief noch, als er aus dem Leasing kam“ als Behauptung, nicht als Nachweis.

Strom: Spannung, Frequenz und Stecker

Integrierte Kälteaggregate laufen mit Drehstrom. Carrier spezifiziert das PrimeLINE-Aggregat für nominal 380/460 V, dreiphasig, 50/60 Hz, mit optionalem Spartransformator für 190/230 V. Die Leitlinien der Container Owners Association für versenderseitig gestellte Kühlcontainer nennen den Betrieb mit 380 V/50 Hz oder 440 V/60 Hz und einen CEE-17-Stecker nach ISO-Standard mit Schutzkontakt in 3-Uhr-Stellung.

Das in Europa und vielen anderen Ländern übliche Drehstromnetz mit 230/400 V liegt im Bereich, für den diese Aggregate gebaut sind. Probleme vor Ort macht weniger die Nennspannung als die Netzqualität: Spannungseinbrüche, Überspannungen und Phasenausfälle in einem schwachen Netz können das Aggregat abschalten oder beschädigen. Bevor ein funktionsfähiger Kühlcontainer als Kühlzelle eingeplant wird, sollte eine Elektrofachkraft Drehstromanschluss, Absicherung und Steckdose prüfen. Ein Generator ist auf die Abkühlphase aus Umgebungstemperatur auszulegen, nicht auf den Dauerbetrieb bei Solltemperatur.

Gensets: Clip-on und Underslung

Ein Genset ist ein Dieselgenerator, der einen Kühlcontainer mit Strom versorgt, wenn er nicht an Bord oder am Terminal angeschlossen ist. Es gibt zwei übliche Bauformen. Ein Clip-on-Genset wird an der Stirnseite des Containers angesetzt und reist mit dem Container. Ein Underslung-Genset (Unterflur) ist unter dem Straßenchassis montiert und bleibt beim Fahrzeug. Thermo King beschreibt seine Gensets als unabhängige Stromquelle, die Kühlcontainer nach dem Abstecken vom Schiff auf der Straße oder beim Warten an Land weiter versorgt.

Gensets sind damit Transportausrüstung. Für eine Kühlzelle an einem Standort ohne Netz oder mit unzuverlässigem Netz ist ein stationärer Generator üblich, ausgelegt auf die Abkühlphase des Aggregats und bei vorhandenem Netzanschluss mit Umschaltung. In beiden Fällen gehören Kraftstoff, Wartung und die Kosten eines rund um die Uhr laufenden Diesels neben dem Container ins Budget.

Kontrollierte Atmosphäre (CA)

Manche Kühlcontainer haben ein System für kontrollierte Atmosphäre, das Sauerstoff und Kohlendioxid im Container regelt, um die Reifung von frischem Obst und Gemüse auf langen Seereisen zu verlangsamen — Beispiele sind Star Cool CA und Carrier EverFRESH. Es handelt sich um eine Zusatzausstattung, nicht um ein Merkmal jedes Kühlcontainers. Wird CA in einem Angebot erwähnt, fragen Sie, ob das System eingebaut und geprüft ist. Für Tiefkühlware, gekühlte Waren, die nicht nachreifen, und für stationäre Lagerung bringt es keinen Nutzen.

Prüfliste für gebrauchte Kühlcontainer

Vieles davon lässt sich über Fotos und das PTI-Protokoll aus der Ferne klären. Wenn Sie die Einheit besichtigen oder einen Sachverständigen schicken können, gehen Sie diese Punkte durch:

  • Betriebsstunden und Wartungshistorie — sofern Regler oder Stundenzähler sie erfassen, immer zusammen mit dem Wartungsnachweis lesen, nicht isoliert
  • Verdichter — läuft ohne ungewöhnliche Geräusche an, keine Öl- oder Kältemittelverluste, und die PTI zeigt, dass die Solltemperatur erreicht und gehalten wird
  • Herunterkühlen — wie lange die leere Einheit aus Umgebungstemperatur bis zur Solltemperatur braucht; langsames Herunterkühlen deutet auf Aggregat, Kältemittelfüllung oder Isolierung
  • Isolierung und Innenverkleidung — keine Beulen, Risse oder Durchstiche in der Verkleidung, keine weichen Stellen in Wänden oder Dach, keine Feuchtigkeit im Schaum; ein beschädigtes Paneel lässt Wärme herein, egal was das Aggregat leistet
  • T-Profil-Boden — der Aluminiumboden mit T-Profilen führt die Kaltluft unter die Ladung; verbogene, gerissene oder durchlöcherte Profile stören die Luftführung
  • Bodenabläufe — vorhanden, frei und mit Stopfen oder Ventilen versehen, damit Abtauwasser ablaufen kann
  • Türdichtungen und Beschläge — vollständige Dichtungen, die an beiden Türen anliegen; eine eingerissene Dichtung ist ein ständiges Wärmeleck
  • Kabel, Stecker und Regler — Stromkabel unbeschädigt, Stecker intakt, Anzeige funktioniert, Temperaturdaten auslesbar
  • CSC-Plakette — gültig, wenn die Einheit Ladung befördern soll; siehe CSC-Plakette

Kühlcontainer ins Ausland verschiffen

Ein in Europa gekaufter Kühlcontainer für den Einsatz im Ausland wird wie jeder andere Container bis zu einem benannten Bestimmungshafen kalkuliert; siehe weltweite Lieferung. Zwei Punkte sind kühlcontainerspezifisch. Wird er als Non-Operating Reefer verschifft, gelten nach den COA-Leitlinien die Bedingungen für Standardcontainer. Läuft er mit Ladung, muss die Reederei ihn als Shipper’s Own Container annehmen und kann mehr verlangen als bei einem Standardcontainer: Hapag-Lloyd etwa verlangt bei versenderseitig gestellten Kühlcontainern, deren Aggregat nicht vom Hersteller der eigenen Flotte stammt, einen Ersatzteilsatz, ein Wartungshandbuch und Notfallverfahren.

Am Zielort geht es um Strom und Service. Die Seiten zu Ghana, Nigeria, Kenia und den Vereinigten Arabischen Emiraten behandeln Häfen und die Angaben für ein Angebot. Für jeden Markt gilt: Stromversorgung am Standort und Service für die Marke klären, bevor Sie eine funktionsfähige Einheit statt eines isolierten Gehäuses wählen — und den Nenn-Umgebungstemperaturbereich lesen, denn hohe Außentemperaturen fordern das Aggregat bei gleicher Solltemperatur stärker.

Die Preise für Kühlcontainer streuen zwischen einzelnen Einheiten weit stärker als bei Standardcontainern, weil die Technik streut. Wir erstellen Preise frei Lieferadresse auf Anfrage, bezogen auf eine konkrete Einheit und ihr Prüfprotokoll.

Häufige Fragen

Kann ein gebrauchter Kühlcontainer nach Ghana oder Nigeria verschifft werden?
Ja: ausgeschaltet als leerer Container bis zu einem benannten Hafen oder in Betrieb mit Ladung als Shipper’s Own Container, den die Reederei angenommen hat. Verzollung, Abgaben und Stromanschluss vor Ort werden am Zielort geregelt. Siehe Ghana und Nigeria.
Was ist eine PTI beim Kühlcontainer?
Eine Pre-Trip-Inspection: die Prüfung eines leeren Kühlcontainers vor der Herausgabe, mit Kälteaggregat, Temperaturregelung und Aufzeichnungsgeräten, strukturellem Zustand und Sauberkeit. Fragen Sie vor dem Kauf einer funktionsfähigen Einheit nach Datum und Ergebnis der letzten PTI.
Welchen Stromanschluss braucht ein Kühlcontainer?
Drehstrom im Nennbereich des Aggregats. Carrier spezifiziert für PrimeLINE-Aggregate beispielsweise nominal 380/460 V bei 50/60 Hz. Ein einphasiger Hausanschluss reicht nicht; ohne Netz ist ein Generator nötig, ausgelegt auf die Abkühlphase.
Was ist der Unterschied zwischen Clip-on- und Underslung-Genset?
Ein Clip-on-Genset wird an der Stirnseite des Containers angesetzt und reist mit ihm. Ein Underslung-Genset ist unter dem Straßenchassis montiert und bleibt beim Fahrzeug. Beide versorgen den Kühlcontainer abseits von Schiff und Terminal mit Strom.
Worauf muss ich beim Kauf eines gebrauchten Kühlcontainers achten?
Ergebnis der letzten PTI, Betriebsstunden und Wartungshistorie, Zustand des Verdichters, Dauer des Herunterkühlens, Isolierung und Innenverkleidung, T-Profil-Boden, Bodenabläufe, Türdichtungen, Kabel und Stecker — und bei Ladungsbeförderung die CSC-Plakette.
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