Aktualisiert
Eine Zustandsklasse ist eine Beschreibung — der Container vor Ihnen ist die Wirklichkeit. Zwanzig Minuten mit Taschenlampe, Handykamera und dieser Liste genügen, um festzustellen, ob beides zusammenpasst: im Depot, bevor Sie sich festlegen, oder auf Ihrem Gelände, bevor der Fahrer wieder abfährt.
Gehen Sie in der unten stehenden Reihenfolge vor — Identität, außen, innen — und fotografieren Sie laufend. Stellt sich ein Mangel heraus, sind die Bilder entscheidend, die entstanden sind, bevor jemand den Container bewegt hat. Nehmen Sie eine helle Taschenlampe mit, einen Schraubendreher für verdächtige Roststellen (vorher fragen, solange der Container nicht Ihnen gehört), eine zweite Person für die Lichtprobe und Ihre Bestellung mit Containernummer, Typcode und vereinbarter Zustandsklasse.
1. Identität: Nummer, Typcode und CSC-Plakette
Beginnen Sie an der Türseite: Alles Weitere wird daran gemessen, was dieser Container sein soll.
- Die Containernummer stimmt mit Angebot, Lieferschein oder Rechnung überein, und die Prüfziffer geht auf — siehe Containernummer richtig lesen.
- Der Typcode entspricht der Bestellung: 22G1 für den 20-Fuß-Standardcontainer, 42G1 für den 40-Fuß-Standardcontainer, 45G1 für den 40-Fuß-High-Cube.
- Die CSC-Plakette, meist an der linken Tür, ist vorhanden und lesbar, und ihre zulässige Gesamtmasse entspricht der an der Tür aufgemalten MAX GROSS. Lesen Sie Herstellungsdatum und nächstes Prüfdatum bzw. ACEP-Verweis ab. Siehe Ratgeber zur CSC-Plakette.
- Bei einer kombinierten Datenplakette: Notieren Sie, was sie zur Holzschutzbehandlung des Bodens angibt — wissenswert, bevor Sie Lebensmittel oder Futter lagern oder den Container zum Arbeitsraum ausbauen.
2. Türen, Dichtungen und Verriegelungsstangen
Die Fotos der Türseiten unter gebrauchte Container und neue Container zeigen genau die Verriegelungsstangen, Griffe und Scharniere, um die es hier geht.
- Beide Türen lassen sich ganz öffnen, schließen und verriegeln, ohne Gewalt. Schwergängig ist bei Gebrauchtware normal, festgerostet nicht.
- Jede Verriegelungsstange lässt sich drehen, und ihre Nocken greifen oben und unten in die Halterungen.
- Bei geschlossenen Türen ist der Spalt zwischen beiden Flügeln von oben bis unten gleichmäßig. Türen, die versetzt schließen oder nur mit Kraft zusammenkommen, deuten auf einen verzogenen Rahmen hin — ein strukturelles Problem, kein Türproblem.
- Die Türdichtungen laufen ohne Unterbrechung um beide Flügel, ohne Risse, fehlende Stücke oder platt gedrückte, verhärtete Abschnitte. Klemmen Sie an mehreren Stellen ein Blatt Papier in die geschlossene Tür: Lässt es sich ohne Widerstand herausziehen, dichtet die Tür dort nicht mehr.
- Türschwelle und unterer Türrahmen sind frei von starker Korrosion. Dort steht Wasser, und Rost an der Schwelle ist bei Gebrauchtcontainern häufig.
3. Die Lichtprobe
Gehen Sie in den Container, lassen Sie die zweite Person beide Türen schließen und geben Sie Ihren Augen eine Minute Zeit. Kleine Löcher, gerissene Nähte und undichte Stellen an den Dichtungen zeigen sich als Lichtpunkte oder -streifen, die von außen unsichtbar sind. Fotografieren Sie jede Stelle und suchen Sie sie anschließend von außen.
Sicherheit geht vor: Ein Standardcontainer lässt sich von innen normalerweise nicht öffnen. Machen Sie die Lichtprobe nie allein und vereinbaren Sie vorher, dass die Türen sofort auf Zuruf geöffnet werden.
Tageslicht ist ein deutliches Signal, aber keine vollständige Prüfung: Ein Loch kann hinter einer Delle verborgen liegen, und eine Dichtung ohne Lichtspalt kann Schlagregen trotzdem durchlassen.
4. Dach
- Betrachten Sie das Dach von oben, soweit das Depot es zulässt — von einer Bühne, einer Leiter oder einem benachbarten Stapel — und nach den Sicherheitsregeln des Depots. Steigen Sie nicht eigenmächtig auf ein Containerdach.
- Dellen sind bei Gebrauchtcontainern normal. Harmlos ist eine Delle aber nicht, wenn Wasser darin stehen bleibt (Pfützenbildung): Der Stahl bleibt nass, rostet von oben und irgendwann durch. Achten Sie auf stehendes Wasser, Rostspuren in Mulden und aufgeschweißte Bleche über früheren Löchern.
- Leuchten Sie von innen die Dachunterseite ab. Rostblüte, blasiger Lack oder Wasserspuren sitzen meist direkt unter einer Delle oder einem Loch.
- Ein verbogener oder gerissener oberer Längsträger oder Türsturz ist ein Strukturschaden, kein Schönheitsfehler.
5. Boden
Der Boden ist beim Gebrauchtcontainer der teure Mangel — und der, der am leichtesten übersehen wird. Standard-Trockencontainer haben üblicherweise einen 28-mm-Sperrholzboden auf Stahlquerträgern; die Bodenfotos unter neue Container und gebrauchte Container zeigen unbeschädigtes Sperrholz und einen Boden, der Ladung getragen hat.
- Gehen Sie den ganzen Boden ab, auch die Ecken und den Bereich direkt hinter den Türen, wo Stapler wenden. Weiche Stellen oder Nachgeben unter den Füßen bedeuten morsches oder delaminiertes Sperrholz oder einen beschädigten Querträger darunter.
- Delaminierung zeigt sich an sich lösenden oder abhebenden Furnierlagen, meist an Plattenkanten und Stößen. Kratzer und Riefen sind normal, Lagen, die sich lösen, nicht.
- Löcher, Ausschnitte, Flicken sowie fehlende oder herausstehende Bodenverschraubungen.
- Flecken und Geruch: Öl, Chemikalienrückstände oder Stellen, die feucht bleiben. Schließen Sie die Türen einige Minuten, öffnen Sie sie und riechen Sie hinein. Starke Chemikalien-, Kraftstoff- oder Begasungsgerüche bekommt man aus Sperrholz kaum heraus; für Lebensmittel, Futter, Textilien oder einen Arbeitsraum scheidet ein solcher Container aus — gleich, in welcher Zustandsklasse.
6. Rahmen: Eckbeschläge, Eckpfosten, Längs- und Querträger
- Eckbeschläge an allen acht Ecken: keine Risse, überschweißten Reparaturen oder verformten Öffnungen. Container werden an diesen Beschlägen gehoben und gestapelt — ein beschädigter Eckbeschlag ist ein Strukturschaden, egal wie gut der Rest aussieht.
- Eckpfosten und untere Längsträger gerade, wenn Sie daran entlangpeilen, ohne Knicke, Risse oder Löcher.
- Querträger: Steht der Container auf Unterlagen und können Sie gefahrlos hinsehen, leuchten Sie die Unterseite von der Seite ab. Oberflächenrost ist zu erwarten; starke Rostschichten, Löcher sowie verbogene oder fehlende Träger sind Strukturschäden. Treten Sie nie unter einen Container, der gerade gehoben wird.
- Staplertaschen, sofern vorhanden: nicht eingedrückt, eingerissen oder durchgerostet.
7. Rost: Oberfläche oder Durchrostung?
Jeder Gebrauchtcontainer hat Rost; die Frage ist, welcher Art. Die Fotos unter gebrauchte Container zeigen den Normalfall: Witterungsspuren, verfärbter Lack, aufgeschweißte Reparaturbleche und nachlackierte Wandabschnitte.
- Oberflächenrost — orange Verfärbung, wo der Lack abgenutzt ist. Rein optisch.
- Schichtrost — Rost, der in Schichten abplatzt; der Stahl darunter wird dünner. Prüfen Sie mit dem Schraubendreher: Dringt die Spitze ein oder zeigt sich ein Loch, zählt das als Durchrostung.
- Durchrostung — ein Loch durch den Stahl oder ein Blech, das unter Druck nachgibt. Suchen Sie gezielt dort, wo sich Wasser sammelt: in Dachmulden, an Türschwellen, an den unteren Längsträgern und an den unteren Kanten der Wellprofile.
Was jede Zustandsklasse erfüllen muss — und was nicht
Die Zustandsbegriffe beschreiben unterschiedliche Dinge. Messen Sie den Container an der Klasse, die Sie gekauft haben, nicht an einem makellosen Container. Die vollständigen Definitionen: Containerzustand.
- One Trip: Werkslackierung über den gesamten Container, leichte Handhabungsspuren, ein im Wesentlichen sauberer Innenraum und Boden sowie eine CSC-Plakette, deren Status Sie bestätigt und nicht vorausgesetzt haben. Kratzer, kleine Dellen und Farbabweichungen zwischen den Einheiten einer Mehrfachbestellung liegen im Rahmen; Reparaturbleche, nachlackierte Wände oder ein fleckiger, zerfurchter Boden nicht. Siehe One-Trip-Container.
- Cargo Worthy: rechtwinkliger Rahmen, funktionierende und dichtende Türen, tragfähiger Boden, keine Löcher, Risse oder Durchrostungen, unbeschädigte Eckbeschläge, Querträger ohne strukturelle Korrosion. Fachgerechte Reparaturen, Dellen und uneinheitlicher Lack sind mit der Klasse vereinbar. Die CSC-Plakette prüfen Sie gesondert. Siehe Cargo-Worthy-Container.
- Wind- und wasserdicht (WWT): strukturell in Ordnung, Türen schließen gegen ihre Dichtungen, keine Löcher oder Durchrostungen in Dach, Wänden oder Türen, keine Anzeichen von eindringendem Wasser. Dellen, Oberflächenrost, frühere Reparaturen und eine fehlende oder abgelaufene CSC-Plakette sind mit WWT vereinbar. Siehe WWT-Container.
- Aufgearbeitet: Die Optik beurteilen Sie anhand der Arbeiten, die laut Angebot ausgeführt wurden, die Struktur anhand der daneben angegebenen Zustandsklasse.
- As-is: Es gibt keinen Maßstab. Gleichen Sie den Container mit den im Angebot beschriebenen Mängeln ab und gehen Sie die gesamte Liste durch; setzen Sie weder funktionierende Türen noch einen nutzbaren Boden oder Dichtheit voraus.
Diese Fotos sollten Sie machen
Lassen Sie den Datumsstempel eingeschaltet und fotografieren Sie, bevor der Fahrer abfährt oder der Container bewegt wird.
- Die Türseite frontal mit lesbarer Nummer und lesbarem Typcode, dazu eine Nahaufnahme der CSC-Plakette
- Beide Längs- und beide Stirnseiten in voller Länge
- Das Dach, aus so erhöhter Position, wie es gefahrlos möglich ist
- Den Innenraum mit Taschenlampe, und noch einmal bei geschlossenen Türen mit allen Lichtpunkten
- Jeden Mangel doppelt: nah und mit so viel Abstand, dass seine Lage erkennbar ist
Wenn der Container beschädigt ankommt
Prüfen Sie, bevor der Fahrer abfährt — nicht erst am nächsten Morgen — und vermerken Sie alles Sichtbare auf dem Lieferschein, bei grenzüberschreitender Lieferung auf dem CMR-Frachtbrief, zur Gegenzeichnung durch den Fahrer:
- Containernummer, Datum und Uhrzeit
- Was beschädigt ist und wo — „Loch ca. 3 cm, Dach, zweites Feld von der Türseite“, nicht „beschädigt“
- Ob der Schaden frisch wirkt (blankes Metall, Kratzspuren passend zum Fahrzeug) oder älter ist (rostige Ränder, verwitterter Lack)
- Dass Fotos gemacht wurden, sowie Name und Unterschrift des Fahrers
Ein pauschales „unter Vorbehalt angenommen“ sagt wenig aus; erst die konkrete Beschreibung eines konkreten Mangels macht eine Reklamation bearbeitbar.
Das deutsche Recht setzt zudem Fristen. Nach § 438 HGB wird vermutet, dass das Gut unbeschädigt abgeliefert wurde, wenn ein äußerlich erkennbarer Schaden dem Frachtführer nicht spätestens bei Ablieferung angezeigt wird; äußerlich nicht erkennbare Schäden sind innerhalb von sieben Tagen in Textform anzuzeigen. Ist der Kauf für beide Seiten ein Handelsgeschäft, muss der Käufer die Ware nach § 377 HGB unverzüglich untersuchen und Mängel unverzüglich anzeigen — sonst gilt die Ware als genehmigt. Welche Regel greift, hängt vom Vertrag ab; praktisch heißt es in beiden Fällen: am Liefertag prüfen und schriftlich melden.
Senden Sie uns anschließend umgehend Fotos und Lieferschein. Möchten Sie einen Container vorab im Depot ansehen, vermerken Sie das, wenn Sie ein Angebot anfordern — wo sich für eine konkrete Einheit eine Besichtigung organisieren lässt, steht das im Angebot.