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Cargo Worthy (CW) — wörtlich „ladungstauglich" — bezeichnet einen gebrauchten Seecontainer, der geprüft und als strukturell geeignet für die Beförderung von Ladung im internationalen Verkehr bewertet wurde: Eckbeschläge, Eckpfosten und Längsträger sind intakt, Boden und Querträger sind tragfähig, die Türen verriegeln und dichten, und kein Schaden würde zur Außerbetriebnahme führen. In der Praxis wird ein solcher Container mit einer CSC-Plakette mit aktuellem Prüfdatum angeboten — das ist allerdings für die konkrete Einheit zu bestätigen, der Begriff allein garantiert es nicht.
Cargo Worthy ist eine Handelsbezeichnung, kein Zertifikat. Keine Stelle vergibt eine Klasse „Cargo Worthy"; das formale Dokument ist die CSC-Plakette, gegebenenfalls ergänzt um einen Besichtigungs- oder Gutachterbericht. Kaufen Sie Cargo Worthy, wenn der Container jemals als Transportmittel reisen soll. Verzichten Sie darauf, wenn er einmal geliefert wird und dann stehen bleibt — dafür genügt ein wind- und wasserdichter Container zu geringeren Kosten.
Cargo Worthy: Was bedeutet der Begriff?
Der Begriff beantwortet eine einzige Frage: Könnte dieser Container morgen einer Reederei übergeben und beladen werden? Das hängt von der Struktur ab, nicht vom Alter und nicht von der Optik. Ein zwölf Jahre alter Container mit neu lackierter Tür und drei Reparaturblechen kann Cargo Worthy sein; ein vier Jahre alter mit verbogenem Eckpfosten ist es nicht.
Zwei Dinge machen den Begriff aus, ein drittes gehört in der Praxis dazu. Struktur — der Lastpfad von den Eckbeschlägen über Eckpfosten, Längsträger und Querträger ist intakt, denn jedes Anheben und jedes Stapeln belastet genau ihn. Dichtheit — die Türen schließen, verriegeln und dichten, die Außenhaut hat keine Löcher, die Ladung ist geschützt. Und dazu der Status: eine aktuelle CSC-Zulassung, erkennbar an einem nicht überschrittenen nächsten Prüfdatum oder an einer ACEP-Kennzeichnung. Die ersten beiden Punkte beschreiben den Container. Der dritte ist ein Schild an der Tür — und genau er wird am häufigsten vorausgesetzt statt geprüft.
Cargo Worthy Container: die Kriterien
Einen einheitlich veröffentlichten „Cargo-Worthy-Standard" gibt es nicht. In der Praxis prüfen Depotinspektoren oder unabhängige Sachverständige die strukturell kritischen Bauteile, die das CSC-Übereinkommen selbst benennt, und dazu alles, worauf es dem Verlader ankommt. Ein als Cargo Worthy angebotener Container sollte jeden dieser Punkte erfüllen:
- CSC-Plakette — vorhanden und lesbar, mit einem nächsten Prüfdatum (Monat und Jahr), das nicht überschritten ist, oder mit ACEP-Kennzeichnung an oder neben der Plakette
- Eckbeschläge (Corner Castings) — alle acht vorhanden, keine durchgehenden Risse, unverformte Öffnungen, damit Twistlocks und Spreader vollständig greifen, und intakte Schweißnähte zu Pfosten und Trägern
- Eckpfosten — gerade und rissfrei, ohne Anfahrschäden; das Gewicht aller darüber gestapelten Container läuft durch sie
- Obere und untere Längsträger, Kopfträger und Schwellen an den Stirnseiten — keine erheblichen örtlichen Verformungen, Risse, Einrisse oder gelösten Schweißnähte
- Unterbau — alle Querträger vorhanden und mit den unteren Längsträgern verbunden, ohne tragende Korrosion
- Boden — fest und tragfähig, nicht durchbrochen, delaminiert oder weich, und mit dem Gabelstapler befahrbar
- Türen — Scharniere, Griffe, Nockenhalter und alle Verriegelungsstangen funktionsfähig, die Türen schließen vollständig gegen intakte Dichtungen
- Dach, Seiten- und Stirnwände — Dellen sind hinnehmbar, Löcher, Risse und Durchrostungen nicht
- Keine ungenehmigten Umbauten — Ausschnitte und zusätzliche Türen berühren die Sicherheitszulassung, sofern sie nicht nach dem anwendbaren Verfahren ausgeführt und neu zugelassen werden
- Sauber und leer — frei von Ladungsresten, starken Gerüchen und sichtbarem Schädlingsbefall, worauf auch Depots und Reedereien prüfen
Wo das CSC die Grenze zieht — und warum Cargo Worthy deutlich darüber liegt
Anlage III des Internationalen Übereinkommens über sichere Container (CSC) gibt Kontrollbeamten konkrete Werte an die Hand, ab denen ein Container so beschädigt ist, dass er sofort aus dem Verkehr zu ziehen ist. Für Käufer sind diese Werte nützlich, weil sie zeigen, welche Schäden strukturell tatsächlich zählen. Beispiele aus der Tabelle:
- Eckpfosten — örtliche Verformung über 50 mm oder Riss bzw. Einriss über 50 mm Länge
- Oberer Längsträger — örtliche Verformung über 60 mm oder Riss bzw. Einriss über 45 mm Länge
- Unterer Längsträger — örtliche Verformung über 100 mm oder Riss bzw. Einriss über 75 mm Länge
- Kopfträger und Schwelle — Verformung oder Riss über 80 mm am Kopfträger, über 100 mm an der Schwelle
- Eck- und Zwischenbeschläge — ein fehlender Beschlag, ein durchgehender Riss, eine Verformung, die das vollständige Eingreifen von Hebe- oder Sicherungsmitteln verhindert, oder eine gelöste Schweißnaht über 50 mm
- Unterbau — zwei oder mehr benachbarte Querträger fehlen oder sind gelöst, oder 20 % oder mehr aller Querträger
- Verriegelungsstangen — eine oder mehrere innere Verriegelungsstangen funktionieren nicht
Das Übereinkommen stellt ausdrücklich klar, dass diese Werte der sofortigen Außerbetriebnahme dienen und nicht als Reparatur- oder Betriebskriterien verwendet werden sollen. Ein Container knapp innerhalb dieser Grenzen ist also nicht „fast Cargo Worthy", sondern lediglich ein Container, der nicht auf der Stelle stillgelegt würde. Geringere Schäden an denselben Bauteilen führen nach derselben Tabelle bereits zu Auflagen für Umschlag oder Stauung — ein Cargo-Worthy-Container sollte deshalb nichts in der Nähe dieser Werte aufweisen.
Dieselbe Anlage weist darauf hin, dass Schäden wie Löcher zollrechtliche Anforderungen verletzen können, ohne strukturell bedeutsam zu sein. Das ist ein Grund, warum Löcher bei einem Cargo-Worthy-Container auch dann nicht hinnehmbar sind, wenn der Stahl drumherum tragfähig ist. Der andere ist einfacher: Ein Container, in den Wasser eindringt, nützt dem Eigentümer der Ladung nichts.
Cargo Worthy oder WWT: Was ist der Unterschied?
Die beiden Begriffe beantworten unterschiedliche Fragen. Cargo Worthy fragt, ob der Container als Transportmittel reisen kann. Wind- und wasserdicht (WWT) fragt, ob er Witterung abhält, während er steht. Ein Cargo-Worthy-Container sollte ebenfalls dicht sein, denn ein undichter Container schützt keine Ladung — umgekehrt enthält die Bezeichnung WWT jedoch keinerlei Aussage über den Ladungseinsatz.
In der Praxis zeigt sich der Unterschied an vier Stellen:
- Zweck — Cargo Worthy: Verschiffung, Export, Einsatz bei Reedereien oder als SOC-Container; WWT: stationäre Lagerung auf Hof, Baustelle oder Betriebsgelände
- Struktur — Cargo Worthy: am Lastpfad aus Eckbeschlägen, Pfosten, Längs- und Querträgern bewertet; WWT: standfest und dicht gegen Witterung, ohne Bewertung für den Ladungseinsatz
- CSC-Plakette — Cargo Worthy: für den Transport als gültig erwartet, je Einheit zu bestätigen; WWT: kann gültig, abgelaufen oder gar nicht vorhanden sein, die Bezeichnung sagt dazu nichts
- Preis — Cargo Worthy ist bei gleicher Größe oft teurer; der Aufpreis bezahlt eine Fähigkeit, die ein stehender Container nie nutzt
Die Entscheidung hängt an einer Frage: Wird der Container jemals auf ein Schiff gehoben oder einer Reederei als Transportmittel übergeben — auch durch jemanden, an den Sie ihn später verkaufen? Dann Cargo Worthy. Wird er einmal geliefert und bleibt stehen, dann wind- und wasserdicht. Die Optik ist in beiden Fällen eine eigene Frage, denn keiner der beiden Begriffe sagt etwas über den Lack aus. Alle sechs Zustandsbegriffe nebeneinander finden Sie im Ratgeber Containerzustand.
Cargo Worthy und die CSC-Plakette
Beides hängt zusammen, ist aber nicht dasselbe. Cargo Worthy ist eine Zustandsbeschreibung des Handels; die CSC-Plakette ist eine Sicherheitszulassung nach internationalem Übereinkommen. Nach diesem Übereinkommen ist der Eigentümer dafür verantwortlich, den Container in sicherem Zustand zu halten und prüfen zu lassen: erstmals spätestens fünf Jahre nach der Herstellung, danach in Abständen von höchstens 30 Monaten — oder laufend im Rahmen eines zugelassenen kontinuierlichen Prüfprogramms (ACEP), das an oder neben der Plakette gekennzeichnet ist.
Kontrollen beschränken sich in der Regel darauf, eine gültige Plakette mit aktuellem nächsten Prüfdatum oder ACEP-Kennzeichnung festzustellen — es sei denn, es gibt deutliche Anhaltspunkte dafür, dass sein Zustand eine offensichtliche Gefahr darstellt. Deshalb zählen beide Seiten. Ein strukturell einwandfreier Container mit überschrittenem Prüfdatum muss nachgeprüft werden, bevor er zur Beförderung angeboten werden darf — ein Prüfaufwand, nicht zwingend eine Reparatur. Eine gültige Plakette an einem Container mit gerissenem Eckpfosten macht ihn dagegen nicht sicher: Schäden jenseits der Grenzen aus Anlage III führen zur Außerbetriebnahme, gleich was auf der Plakette steht. Prüfen Sie das Datum — und den Container.
Cargo Worthy, IICL und die Prüfkriterien der Depots
Zwei veröffentlichte Kriterienwerke werden oft im selben Atemzug genannt, und keines ist mit Cargo Worthy identisch. Das Institute of International Container Lessors (IICL), der Branchenverband der Containervermieter, gibt den Guide for Container Equipment Inspection heraus — in der 6. Auflage verbreitet „IICL-6" genannt — sowie ein Reparaturhandbuch; Leasinggesellschaften entscheiden auf dieser Grundlage, welche Schäden bei Übernahme und Rückgabe von Mietcontainern zu reparieren sind. Daneben gibt es die Unified Container Inspection & Repair Criteria (UCIRC), gemeinsam herausgegeben von BIC, der International Chamber of Shipping und dem World Shipping Council und für den Einsatz in Containerdepots und an Übergabestellen bestimmt.
IICL ist der strengere Begriff, dem Käufer begegnen: Eine als IICL angebotene Einheit wurde an schriftlich festgelegten Reparaturgrenzen gemessen und ist entsprechend teurer. Cargo Worthy stellt eine engere Frage — ist der Container zur Ladungsbeförderung geeignet — und genau dort liegt für die meisten Exportkäufer das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis. Fragen Sie nach, welche Grundlage ein Verkäufer anwendet, bevor Sie einen der beiden Begriffe als Spezifikation behandeln.
Was Cargo Worthy nicht abdeckt
Die Optik. Ein Cargo-Worthy-Container kann Dellen und Reparaturbleche haben und die Farben dreier Vorbetreiber tragen. Das ist mit dem Begriff vollständig vereinbar — enttäuscht sind meist Käufer, die Cargo Worthy als „guter Zustand" verstanden haben. Wenn die Optik zählt, spezifizieren Sie eine Aufarbeitung in einem RAL-Farbton und lassen Sie den strukturellen Zustand gesondert ausweisen.
Alter und Dauer. Das Baujahr ist nicht Teil der Bewertung, und eine Besichtigung beschreibt die Einheit am Tag der Prüfung. Ein Container, der danach beim Umschlag beschädigt wird, ist ein anderer Container — deshalb sollten die Nachweise, die Sie anfordern, aktuell sein.
Was Sie vor dem Kauf eines Cargo-Worthy-Containers anfordern sollten
Eine Cargo-Worthy-Angabe ist nur so viel wert wie die Nachweise dahinter, und der richtige Zeitpunkt für Fragen liegt vor der Zahlung, nicht am Terminal. Für einen Container, der verschifft werden soll, fordern Sie an:
- Die Containernummer der angebotenen Einheit, damit sich jedes Foto und jedes Dokument eindeutig zuordnen lässt — siehe Containernummer und ISO-Code
- Ein gut lesbares Foto der CSC-Plakette mit Herstellungsdatum, zulässiger Gesamtmasse und nächstem Prüfdatum oder ACEP-Kennzeichnung
- Fotos der geschlossenen und geöffneten Türen, des Innenraums mit Boden, des Dachs, soweit zugänglich, und aller vier Ecken
- Wer die Einheit wann und nach welchen Kriterien geprüft hat — und ob ein schriftlicher Bericht vorliegt
- Die Zustandsbezeichnung schriftlich im Angebot
- Ob strukturelle Reparaturen oder Umbauten vorgenommen wurden
Wir kalkulieren Cargo-Worthy-Container auf Anfrage frei Lieferadresse. Nennen Sie Größe, Menge und Ziel und ob der Container verschifft werden soll, und fordern Sie ein Angebot an.