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CONTAINERPARK

Ratgeber

Seecontainer als Lager, Garage und Werkstatt nutzen

Derselbe Stahlcontainer passt zu allen drei Aufgaben — doch jede verändert Größe, Zustandsklasse, Türen und Ausbau. Das sollten Sie vor der Bestellung entscheiden.

Aktualisiert

Ein Seecontainer ist ein sicherer, wetterfester und versetzbarer Raum, der mit einem LKW ankommt. Damit liegt er als Lager, Garage oder Werkstatt nahe, und für viele Käufer ist er genau die richtige Lösung. Er hat aber feste Grenzen: 2 352 mm lichte Breite, Türen an einer Stirnseite, keine Fenster, Stahl, der schwitzt, und kein Strom. Wer gut auswählt, plant mit diesen Grenzen, statt sie erst nach der Lieferung zu entdecken.

Dieser Ratgeber behandelt die drei häufigsten Nutzungen und verweist auf die ausführlichen Ratgeber zu Fundament, Kondenswasser, Sicherung und Baugenehmigung.

Die Größe nach der Nutzung wählen

  • 10 Fuß (2 831 mm Innenlänge, rund 15,9 m³) — Gartengeräte, Fahrräder, ein kleines Hauslager. Passt dorthin, wo ein 20-Fuß-Container nicht angeliefert werden kann. Siehe 10-Fuß-Container.
  • 20 Fuß (5 898 mm Innenlänge, rund 33,2 m³) — der Standard für Haus- oder Handwerkerlager, ein einzelnes Auto oder eine kompakte Werkstatt mit Werkbank an einer Wand. Siehe 20-Fuß-Container.
  • 40 Fuß (12 032 mm Innenlänge, rund 67,7 m³) — Werkstatt mit Platz für Material, Fahrzeug plus Arbeitsfläche oder ein in zwei Hälften geteiltes Lager. Siehe 40-Fuß-Container.
  • High Cube (2 698 mm statt 2 393 mm Innenhöhe) — lohnt sich für eine Werkstatt, die gedämmt werden soll, für hohe Regale oder einfach für mehr Kopffreiheit. Siehe 40-Fuß-High-Cube.

Die Breite ist bei allen Standardgrößen gleich: 2 352 mm innen. Eine 600 mm tiefe Werkbank an der einen und 500 mm tiefe Regale an der anderen Wand lassen einen Gang von rund 1,25 m. Skizzieren Sie die Einrichtung in dieser Breite, bevor Sie die Länge festlegen — sie entscheidet mehr als das Volumen.

Welche Zustandsklasse

Lager, Garage oder Werkstatt gehen nie aufs Schiff. Wind- und wasserdicht ist daher in der Regel die richtige Spezifikation: strukturell in Ordnung, regendicht und ohne Aufpreis für eine Seetauglichkeit, die Sie nie nutzen. Ein One-Trip-Container lohnt sich, wo das Aussehen zählt — im Garten, auf einem Hof mit Kundenverkehr — oder wenn Sie in einen Ausbau investieren und mit möglichst wenig Gebrauchsspuren starten wollen.

Unabhängig von der Klasse sollten Sie bei Anlieferung Boden und Türdichtungen prüfen. Diese beiden Teile werden in Garage und Werkstatt am stärksten beansprucht. Was jede Klasse zusagt und was nicht, steht unter Container-Zustand.

Türvarianten

  • Standardtüren — Doppelflügeltür an einer Stirnseite mit 2 340 × 2 280 mm Öffnung (2 340 × 2 585 mm beim High Cube). Reicht für ein Auto, einen Aufsitzmäher oder Paletten.
  • Double-Door-Container — Türen an beiden Stirnseiten. Durchfahrbar, mit einer Arbeits- und einer Lagerseite, oder als 40-Fuß-Container in zwei getrennt abschließbare Lager geteilt.
  • Open-Side-Container — Türen über eine komplette Längsseite, beim 20-Fuß-Container rund 5,76 m Öffnung. Die beste Aufteilung, wenn jedes Regal und jede Werkbank von außen erreichbar sein soll oder langes Material seitlich eingeladen wird. Braucht einen freien Streifen von rund 2,5 m vor der Öffnung und hat deutlich mehr Meter Türdichtung — für exponierte Standorte mit feuchteempfindlichem Lagergut ist er daher weniger geeignet.
  • Personaltür oder Rolltor — in eine Wand eingeschnitten, damit man hineinkommt, ohne die großen Flügel zu öffnen. Das ist ein Eingriff in die Struktur; beschreiben Sie den Wunsch in der Anfrage, und wir sagen Ihnen, ob wir ihn anbieten können.

Standard-Containertüren schwenken rund 2,5 m nach außen, und dieser Platz wird bei jedem Öffnen gebraucht, nicht nur am Liefertag. Legen Sie vor dem Absetzen fest, in welche Richtung die Türen zeigen; nachträglich drehen heißt: ein zweiter Hub.

Als Lager

Lagern ist das, was Container am besten können. Worauf es ankommt, ist trockenes und gut erreichbares Lagergut. Im Garten ist ein 10- oder 20-Fuß-Container eine sichere Alternative zum Gerätehaus — und baurechtlich ebenso eine bauliche Anlage wie ein Gerätehaus. Klären Sie die Regeln für Ihr Grundstück vor der Bestellung.

  • Regale an beiden Längswänden mit Mittelgang; schwere Sachen unten und nahe der Tür
  • Freistehende Regale an den Zurrösen gesichert statt durch den Stahl verschraubt — jedes Loch in Wand oder Dach ist eine mögliche Undichtigkeit
  • Alles auf Paletten oder in Regalen, nichts direkt auf dem Boden oder dicht an den Wänden
  • Aufgeschweißter Schlosskasten und Schloss mit geschlossenem Bügel ab dem ersten Tag — siehe Container sichern
  • Lüftung als Minimum, bei empfindlicher Ware zusätzlich Trockenmittel, Vlies oder Beschichtung unter dem Dach oder eine Dämmung
  • Eine Akkuleuchte an der Tür: Das hintere Ende eines 40-Fuß-Containers ist bei halb geschlossenen Türen dunkel

Als Garage

Ein 20-Fuß-Container ist mit 5 898 mm Innenlänge lang genug für nahezu jedes Auto. Die Breite ist der Engpass. Bei 2 352 mm innen und 2 340 mm Türöffnung bleiben neben einem Auto mit 1,8 m Karosseriebreite insgesamt rund 550 mm für beide Seiten. Dicht an der Beifahrerseite geparkt, sind das für den Fahrer gut einen halben Meter — bei manchen Autos reicht das zum Aussteigen, bei den meisten nicht. Prüfen Sie außerdem die Breite über die Außenspiegel gegen die Türöffnung von 2 340 mm.

Eine Containergarage passt deshalb am besten zu Fahrzeugen, die abgestellt und nicht täglich genutzt werden: Oldtimer im Winterlager, Motorräder, Anhänger, Aufsitzmäher, ein kleines Boot auf dem Trailer. Ein Double-Door-Container verbessert den Zugang, aber nicht die Breite.

  • Der Containerboden liegt auf den Fundamenten über Gelände — ein Auto braucht eine stabile Auffahrrampe in Türbreite, als eigenständige Konstruktion und nicht am Container eingehängt
  • Der 28 mm starke Sperrholzboden trägt ein Auto problemlos, saugt aber Öl und Kraftstoff auf; eine Auffangwanne oder ein Bodenbelag lohnt sich
  • Nie den Motor bei geschlossenen Türen laufen lassen und die Lüftungsgitter frei halten
  • Kondenswasser und blankes Metall vertragen sich nicht — lüften, und bei monatelangem Abstellen einen Luftentfeuchter einplanen

Die Landesbauordnungen enthalten eigene Regelungen für Garagen, unter anderem dazu, wo sie im Verhältnis zur Grundstücksgrenze stehen dürfen, und die Behörde betrachtet die Nutzung als Garage. Siehe Baugenehmigung für Container.

Als Werkstatt

Die Werkstatt ist die anspruchsvollste der drei Nutzungen, weil sich Menschen darin aufhalten, mit Werkzeug arbeiten und Wärme, Staub und Dämpfe entstehen. Fünf Punkte entscheiden, ob es funktioniert.

  • Licht — Tageslicht erfordert ein Fenster oder eine verglaste Tür im Stahl, also einen Umbau. Andernfalls LED-Beleuchtung über der Werkbank und an der Türseite planen; bei geschlossenen Türen ist ein Container stockdunkel.
  • Lüftung — die kleinen werkseitigen Lüftungsgitter reichen nicht für Schleifen, Schweißen, Lackieren, Lösemittel oder brennstoffbetriebene Heizgeräte. Planen Sie eine Lüftung oder Absaugung für das, was Sie tatsächlich tun, und arbeiten Sie im Zweifel bei offenen Türen.
  • Strom — Anschluss und Installation gehören in die Hände einer Elektrofachkraft, einschließlich der Erdung der Stahlhülle. Arbeiten an Anlagen, die am öffentlichen Netz hängen, dürfen außer dem Netzbetreiber nur Installationsunternehmen ausführen, die in ein Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen sind (§ 13 NAV). Eine Kabeltrommel vom Haus ist keine Installation.
  • Temperatur und Kondenswasser — ungedämmt ist ein Container im Sommer heiß, im Winter kalt und an kalten Morgen nass, und Werkzeug rostet. Für ganzjährige Nutzung dämmen und heizen; wo Funken fliegen, brennbare Dämmung verkleiden. Siehe Kondenswasser und Dämmung.
  • Ein Weg nach draußen — die Türen dürfen sich nie schließen und verriegeln lassen, während jemand drinnen ist. Bei regelmäßiger Nutzung ist eine von innen zu öffnende Personaltür die richtige Lösung. Arbeiten Beschäftigte im Container, gelten die Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung an Fluchtwege, Beleuchtung und Lüftung.

Werkbänke können auf dem Boden stehen und an den Zurrösen gesichert werden. Bei schweren Maschinen müssen die Punktlasten gegen Boden und Fundament geprüft werden — siehe Container-Fundament. Ein Feuerlöscher gehört neben die Tür. Und wo die Arbeitsseite zu einem Hof hin liegt, ist ein Open-Side-Container eine ausgezeichnete Werkstatt.

Gartenhaus und Büro: nur kurz

Container werden auch als Gartenhaus sowie als Baustellen- oder Heimbüro gekauft. Beides heißt, dass sich Menschen lange darin aufhalten — mit allem, was dazugehört: Dämmung, Fenster, Heizung, Lüftung, Elektrik und Baurecht. Das ist ein Umbauprojekt, keine Lieferung. Beginnen Sie mit Baugenehmigung für Container und Kondenswasser und Dämmung, und kalkulieren Sie den Ausbau getrennt vom Container.

Vor der Bestellung

  • Nutzung und Größe festgelegt, Einrichtung in 2 352 mm Innenbreite skizziert
  • Türvariante gewählt und Ausrichtung der Türen bestimmt
  • Genehmigungsfrage mit dem örtlichen Bauamt geklärt
  • Fundamente fertig und nivelliert, Zufahrt geprüft — siehe Container-Lieferung und Container abladen
  • Schlosskasten bei der Bestellung angegeben
  • Elektrofachkraft beauftragt, falls Strom gebraucht wird

Senden Sie dann eine Anfrage mit Typ, Größe, Zustandsklasse, Postleitzahl der Lieferadresse und einem Satz zur Zufahrt. Preise nennen wir auf Anfrage frei Lieferadresse.

Häufige Fragen

Kann man einen Seecontainer als Garage nutzen?
Ja. Ein 20-Fuß-Container ist innen 5 898 mm lang und nimmt durch die 2 340 mm breite Türöffnung fast jedes Auto auf. Die lichte Breite von 2 352 mm lässt aber kaum Platz, um die Autotüren zu öffnen. Er eignet sich daher eher für abgestellte Fahrzeuge — Oldtimer, Motorräder, Anhänger, Mäher — als für das tägliche Auto.
Welche Containergröße brauche ich für eine Werkstatt?
Ein 20-Fuß-Container ergibt eine kompakte Werkstatt mit Werkbank an einer Wand, ein 40-Fuß-Container bietet Platz für Werkbank, Maschinen und Material. Wer dämmen will, nimmt einen High Cube; wer über die ganze Länge von außen arbeiten möchte, einen Open-Side-Container.
Brauche ich eine Baugenehmigung für eine Containergarage oder -werkstatt?
Häufig ja. Ein Container, der durch sein Eigengewicht auf dem Boden ruht, gilt baurechtlich als bauliche Anlage, und für Garagen und Werkstätten enthalten die Landesbauordnungen eigene Regeln. Klären Sie das vor der Bestellung mit dem Bauamt; Details in unserem Ratgeber zur Baugenehmigung.
Darf ich Strom in einen Seecontainer legen?
Ja, aber nicht in Eigenregie. Anschluss und Installation einschließlich der Erdung der Stahlhülle gehören in die Hände einer Elektrofachkraft; Arbeiten an netzgebundenen Anlagen sind in Deutschland Installateuren vorbehalten, die bei einem Netzbetreiber eingetragen sind.
Welcher Lagercontainer eignet sich für den Garten?
Meist ein 10- oder 20-Fuß-Container in wind- und wasserdichter Qualität, oder One-Trip, wenn das Aussehen zählt — auf ebenen Fundamenten, mit Lüftung und aufgeschweißtem Schlosskasten. Prüfen Sie vorher die örtlichen Regeln, denn auch ein Gartencontainer ist eine bauliche Anlage.
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