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Ein geschlossener Seecontainer ist ein stabiler Kasten. Die Türen werden von Verriegelungsstangen gehalten, die oben und unten in Halterungen greifen, die Wände bestehen aus Profilstahl, Fenster gibt es keine. Einbrecher legen sich nicht mit dieser Konstruktion an. Sie knacken das Vorhängeschloss — und auf einem abgelegenen Grundstück mit genug Zeit und einem Winkelschleifer schneiden sie den Stahl auf.
Daraus ergibt sich die Reihenfolge: zuerst das Schloss schützen, dann den Container selbst gegen Abtransport sichern, dann jeden Angriff sichtbar und laut machen. Einbruchsicher wird ein Container dadurch nicht. Ziel ist, dass Ihr Container mehr Aufwand bedeutet als das nächste Objekt.
So werden Containertüren verriegelt
Jeder Türflügel trägt senkrechte Verriegelungsstangen mit Nocken oben und unten, die in Halterungen am Türrahmen eingedreht werden. Gedreht werden die Stangen über Hebel, und jeder Hebel wird in einer Halterung mit Öse für ein Vorhängeschloss oder eine Plombe gesichert. Sind die Nocken eingerastet und ist der Hebel fixiert, geht die Tür nicht auf. Die Stangen sind selten die Schwachstelle — entscheidend ist, was den Hebel festhält.
Schlosskasten: die erste Maßnahme
Ein Schlosskasten ist ein Stahlgehäuse, das um die Hebelhalterung auf die Tür geschweißt wird und nur nach unten oder zur Seite offen ist, damit sich das Vorhängeschloss darin einhängen lässt. Ein Bolzenschneider erreicht den Bügel nicht mehr, und für eine Trennscheibe oder ein Brecheisen fehlt der Platz.
Er ist die wirksamste günstige Sicherung für einen Lagercontainer und muss aufgeschweißt sein — ein verschraubter Kasten lässt sich abschrauben. Geben Sie ihn bei der Bestellung an: Ein Schlosskasten kann vor der Auslieferung montiert werden und ist bei Lagercontainern ein übliches Extra. Ein nachträglicher Einbau bedeutet, einen Schweißer auf das Grundstück zu holen.
Soll der Container später womöglich wieder als Transportmittel verschifft werden, vermerken Sie das in der Anfrage, damit der Umbau berücksichtigt wird.
Das richtige Vorhängeschloss
Ein Schlosskasten nützt nur, wenn das Schloss darin den Schutz wert ist. Darauf kommt es an:
- Geschlossener oder geschützter Bügel — bei einem Schloss mit geschlossenem Bügel umschließt der Schlosskörper den Bügel, sodass nur wenige Millimeter Stahl frei liegen; Diskusschlösser sind eine gängige geschlossene Bauform für Schlosskästen. Der Bolzenschneider findet keinen Angriffspunkt. Ein langer offener Bügel ist das am leichtesten zu knackende Schloss.
- Gehärteter Bügel und Körper — Bügel aus gehärtetem Stahl oder Borlegierung widerstehen Schneiden und Sägen deutlich länger als einfacher Stahl, ein Körper aus gehärtetem Stahl widersteht Bohren und Hebeln besser als Messing oder Zinkdruckguss.
- Sicherheitszylinder — mit Aufbohr- und Picking-Schutz, idealerweise mit geschütztem Schlüsselprofil, damit sich Schlüssel nicht beim nächsten Schlüsseldienst nachmachen lassen.
- Passende Größe — messen Sie vor dem Kauf die Öse und das Innenmaß des Schlosskastens. Ein Schloss, das nicht hineinpasst, hängt am Ende außen und macht den Kasten wertlos.
Vorhängeschlösser können nach EN 12320 geprüft werden; die Norm unterscheidet sechs Sicherheitsklassen auf Grundlage von Prüfungen, die Angriffe simulieren. Für einen Container mit wertvollem Inhalt sind die oberen Klassen die richtige Wahl. Schreibt ein Versicherer oder ein Vertrag einen bestimmten Standard vor, kaufen Sie genau danach und heben Sie den Kaufbeleg auf.
Türstangenschloss
Ein Containerschloss für die Verriegelungsstangen umschließt die beiden inneren Stangen in Türmitte, sodass sich keine davon drehen lässt. Es ist ein zweiter, unabhängiger Angriffspunkt, schon von Weitem sichtbar und kommt ohne Schweißen aus. Achten Sie auf gehärteten Stahl und darauf, dass das Schloss zum Stangenabstand normaler Containertüren passt; leichte Ausführungen schrecken ab, mehr nicht.
Den Container selbst gegen Diebstahl sichern
Auch ganze Container werden gestohlen, meist von abgelegenen oder unbeaufsichtigten Grundstücken — dafür reichen ein Kran-LKW und ein selbstbewusster Fahrer. Ein leerer 20-Fuß-Container wiegt rund 2 250 kg: Jedes Fahrzeug, das ihn liefern kann, kann ihn auch abholen.
- Am Fundament verankern — Twistlock- oder Klemmbeschläge, die in den Betonfundamenten befestigt sind, greifen in die unteren Eckbeschläge. Am Container wird nichts angeschweißt; mit Werkzeug und Zeit lässt er sich später wieder lösen und umsetzen.
- An einbetonierte Platten schweißen — Stahlplatten in den Fundamenten, mit den Eckbeschlägen verschweißt. Sehr sicher und praktisch dauerhaft: Der Container lässt sich nur noch nach Trennen bewegen, und das Anschweißen an die Eckbeschläge ist ein Umbau, den man vor einer späteren Verschiffung bedenken muss. Das Fundament sollte dafür ausgelegt sein — siehe Container-Fundament.
- Zufahrt versperren — ein Container ohne Fahrzeugzugang zu seinen Längsseiten oder hinter einem verschlossenen Tor oder Pollern lässt sich kaum abheben. Auf vielen Grundstücken ist das die günstigste Verankerung überhaupt.
- Orten — ein versteckter GPS-Tracker mit Akku verhindert keinen Diebstahl, erleichtert aber das Wiederfinden.
Standort, Beleuchtung und Alarm
- Türen im Blick — richten Sie die Türseite zu bewohnten Gebäuden, zur Straße oder zu einer Kamera aus, nicht zur Hecke oder zum hinteren Zaun. Halten Sie die rund 2,5 m für die Türflügel frei.
- Keine Deckung — Bewuchs, Mulden und gestapeltes Material von Türen und Wänden fernhalten, damit niemand ungesehen arbeiten kann.
- Licht — eine Leuchte mit Bewegungsmelder über den Türen ist günstig und wirksam. Solar- oder Akkuleuchten kommen ohne Kabel aus; ein Netzanschluss ist Sache einer Elektrofachkraft.
- Alarm — batteriebetriebene Alarmanlagen mit Türkontakt und Sirene oder mit Benachrichtigung aufs Handy eignen sich für Container ohne Strom. Eine Sirene in einem Stahlcontainer ist sehr laut.
- Kamera — eine Kamera auf die Türseite zeichnet Versuche auf und schreckt Gelegenheitstäter ab. Prüfen Sie die Datenschutzregeln, bevor Sie öffentlichen Raum oder Nachbargrundstücke erfassen.
- Nichts zur Schau stellen — den Inhalt nicht bewerben und die Türen auf einem einsehbaren Grundstück nicht lange offen stehen lassen.
Sicherung darf niemanden einsperren
Ein Standardcontainer lässt sich von innen nicht öffnen, wenn die Türen außen geschlossen und gesichert sind. Arbeiten Menschen im Container, muss ausgeschlossen sein, dass die Türen hinter ihnen geschlossen und verriegelt werden — oder es wird eine Personaltür eingebaut, die sich von innen öffnen lässt. Arbeiten dort Beschäftigte, verlangt die Arbeitsstättenverordnung, dass sich Türen im Verlauf von Fluchtwegen von innen ohne besondere Hilfsmittel jederzeit leicht öffnen lassen, solange sich Beschäftigte darin aufhalten.
Für wertvolles Werkzeug lohnt ein abschließbarer Schrank oder Gitterverschlag im Container: Ein geknacktes Schloss gibt dann nicht gleich alles preis. Zu Einrichtung, Türen und Ausbau einer Werkstatt siehe Seecontainer als Lager, Garage und Werkstatt.
Versicherung
Gehen Sie nicht davon aus, dass ein Container über eine bestehende Hausrat- oder Inhaltsversicherung mitversichert ist. Die Bedingungen unterscheiden sich darin, ob Nebengebäude, Gartenhäuser oder Container überhaupt eingeschlossen sind, ob der Container auf dem versicherten Grundstück stehen muss, welche Entschädigungsgrenzen gelten und welche Schlösser erwartet werden. Bei Einbruchdiebstahl kommt es in der Regel auf nachweisbare Einbruchspuren an.
Fragen Sie Ihren Versicherer vor dem Einlagern schriftlich, ob der Container versichert ist, welche Anforderungen an Schloss und Verankerung gelten und welche Nachweise nach einem Einbruch nötig wären. Heben Sie die Belege für Schlosskasten, Schloss und Alarmanlage auf. Zu einzelnen Policen können wir nicht beraten.