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Jeder ISO-Seecontainer trägt zwei Codes, aufgebracht an den Türen, den Seitenwänden und auf dem Dach: eine Containernummer wie CSQU 305438 3 und einen vierstelligen Größen- und Typcode wie 22G1. Beide sind in ISO 6346 festgelegt, der internationalen Norm für Codierung, Identifizierung und Kennzeichnung von Frachtcontainern.
Für Käufer erfüllen sie drei Aufgaben. Die Nummer identifiziert genau eine Einheit und gehört deshalb auf Angebot, Rechnung und Lieferschein. Die Prüfziffer deckt Lese- und Tippfehler auf, bevor eine falsche Nummer in den Papieren landet. Und der Typcode sagt Ihnen, was der Container tatsächlich ist — unabhängig davon, wie er in einer Anzeige beschrieben wird.
Die Containernummer im Einzelnen
Die Containernummer besteht aus elf Zeichen in vier Teilen. Am Beispiel CSQU 305438 3:
- CSQ — Eigentümercode. Drei Großbuchstaben für den Eigentümer oder Hauptbetreiber des Containers.
- U — Kennbuchstabe der Gerätekategorie. U steht für alle Frachtcontainer, J für abnehmbare containerbezogene Ausrüstung, Z für Trailer und Chassis. Ein Container, den Sie kaufen, trägt ein U.
- 305438 — Seriennummer. Sechs Ziffern, vom Eigentümer vergeben und innerhalb seiner Flotte eindeutig.
- 3 — Prüfziffer. Eine aus den zehn vorangehenden Zeichen berechnete Ziffer, meist umrahmt, damit sie nicht als Teil der Seriennummer gelesen wird.
Wer die Eigentümercodes vergibt: das BIC
Eigentümercodes werden beim Bureau International des Containers (BIC) in Paris registriert. Das BIC führt das Register seit 1970 und wurde 1972 von der ISO als weltweite Registrierungsstelle für Containerpräfixe benannt. Nach ISO 6346 dürfen im internationalen Verkehr und in Zolldokumenten nur beim BIC registrierte Eigentümercodes als eindeutige Kennzeichnung von Containern verwendet werden. Deshalb heißt das vierstellige Präfix aus Eigentümercode und U im Sprachgebrauch „BIC-Code“.
Im öffentlichen BIC-Code-Register sehen Sie, auf welches Unternehmen ein Präfix registriert ist. Gebrauchte Container aus Reederei- oder Leasingflotten tragen häufig noch das Präfix des Vorbesitzers. Für die Nutzung als Lager spielt das keine Rolle; wenn Sie den Container als eigenen Container verschiffen wollen, lesen Sie vor der Buchung den Ratgeber zu SOC-Containern.
So wird die Prüfziffer berechnet
Die Prüfziffer ist kein Teil der Seriennummer, sondern das Ergebnis einer Rechnung. Mit dem Taschenrechner im Handy lässt sie sich in etwa einer Minute nachvollziehen, in drei Schritten.
- Schritt 1 — Buchstaben in Zahlen umwandeln. Beginnen Sie mit A = 10 und zählen Sie aufwärts, wobei 11, 22 und 33 (die Vielfachen von 11) übersprungen werden: A 10, B 12, C 13, D 14, E 15, F 16, G 17, H 18, I 19, J 20, K 21, L 23, M 24, N 25, O 26, P 27, Q 28, R 29, S 30, T 31, U 32, V 34, W 35, X 36, Y 37, Z 38. Ziffern behalten ihren eigenen Wert.
- Schritt 2 — jede Stelle gewichten. Multiplizieren Sie die zehn Werte von links nach rechts mit 1, 2, 4, 8, 16, 32, 64, 128, 256 und 512 — jede Gewichtung ist doppelt so groß wie die vorherige.
- Schritt 3 — durch 11 teilen. Addieren Sie die zehn Ergebnisse und teilen Sie die Summe durch 11. Der Rest ist die Prüfziffer. Bleibt ein Rest von 10, lautet die Prüfziffer 0. ISO 6346 empfiehlt, Seriennummern mit diesem Ergebnis nicht zu vergeben — im Umlauf sind solche Container trotzdem.
Rechenbeispiel: CSQU 305438
- C: 13 × 1 = 13
- S: 30 × 2 = 60
- Q: 28 × 4 = 112
- U: 32 × 8 = 256
- 3: 3 × 16 = 48
- 0: 0 × 32 = 0
- 5: 5 × 64 = 320
- 4: 4 × 128 = 512
- 3: 3 × 256 = 768
- 8: 8 × 512 = 4.096
Zusammen ergeben die zehn Ergebnisse 6.185. Geteilt durch 11 sind das 562 Rest 3 (562 × 11 = 6.182). Die Prüfziffer ist also 3, die vollständige Nummer lautet CSQU 305438 3.
Vertauschen Sie nun zwei Ziffern, wie es beim Abschreiben leicht passiert: Für CSQU 350438 ergibt die Rechnung 8 statt 3. Weil jede Stelle anders gewichtet ist, führt ein falsches oder vertauschtes Zeichen fast immer zu einer anderen Prüfziffer. Eine Nummer, die nicht aufgeht, wurde also irgendwo falsch gelesen — prüfen Sie sie am Container, bevor sie auf Rechnung, Zollanmeldung oder Buchung steht. Das BIC stellt dafür auch einen kostenlosen Prüfziffernrechner bereit.
Der Größen- und Typcode
Der vierstellige Code steht unter oder neben der Containernummer. Das erste Zeichen gibt die Länge an, das zweite die Höhe (und die Breite, falls der Container breiter als die Standardbreite von 2 438 mm ist), die letzten beiden den Typ.
- Länge (1. Zeichen): 1 = 10 Fuß (2 991 mm), 2 = 20 Fuß (6 058 mm), 4 = 40 Fuß (12 192 mm). Für 45 Fuß (13 716 mm) tragen Container, die nach der Ausgabe 1995 der ISO 6346 gekennzeichnet sind, ein L; die aktuelle Codetabelle des BIC weist 45 Fuß die 5 zu.
- Höhe (2. Zeichen): 0 = 2 438 mm (8 Fuß), 2 = 2 591 mm (8 Fuß 6 Zoll, Standardhöhe), 5 = 2 896 mm (9 Fuß 6 Zoll, High Cube).
- Typgruppe (3. Zeichen): G = Mehrzweck- bzw. Standardcontainer (General Purpose), R = Kühlcontainer, U = Open Top, P = plattformbasierte Container wie Flat Racks und Plattformen.
- Typdetail (4. Zeichen): G1 = Mehrzweckcontainer mit passiven Lüftungsöffnungen im oberen Bereich des Laderaums; R1 = mechanisch gekühlt und beheizt; U1 = Open Top mit abnehmbaren oberen Querträgern in den Stirnrahmen; P1 = zwei vollständige, feste Stirnwände; P3 = klappbare Stirnwände.
Ein Detail verdient einen zweiten Blick: Steht an vierter Stelle ein Buchstabe statt einer Ziffer — etwa 22GB statt 22G1 —, wurde der Container für eine verminderte Stapel- oder Racking-Festigkeit ausgelegt und geprüft. Für ein Lager am Boden ist das oft unerheblich; wird der Container gestapelt oder verschifft, sehr wohl. Fragen Sie in diesem Fall vor dem Kauf nach.
Häufige Codes entschlüsselt
Die folgenden Codes decken die gängigen Standard-, High-Cube-, Kühl- und Open-Top-Container ab. Für teure Verwechslungen sorgt vor allem 45G1: Der Code beschreibt einen 40-Fuß-High-Cube, keinen 45-Fuß-Container. Wird eine Einheit als „45 Fuß“ angeboten und an der Tür steht 45G1, handelt es sich um einen 40-Fuß-Container.
- 22G1 — 20 Fuß lang, 8 Fuß 6 Zoll hoch, Mehrzweckcontainer: der 20-Fuß-Standardcontainer.
- 25G1 — 20 Fuß lang, 9 Fuß 6 Zoll hoch: ein 20-Fuß-High-Cube.
- 42G1 — 40 Fuß lang, 8 Fuß 6 Zoll hoch, Mehrzweckcontainer: der 40-Fuß-Standardcontainer.
- 45G1 — 40 Fuß lang, 9 Fuß 6 Zoll hoch: ein 40-Fuß-High-Cube. Die 5 steht für die Höhe, nicht für die Länge.
- L5G1 — ein 45-Fuß-High-Cube, gekennzeichnet nach der Tabelle von 1995; nach der aktuellen Tabelle lautet derselbe Container 55G1.
- 22R1 und 45R1 — 20-Fuß-Kühlcontainer und 40-Fuß-High-Cube-Kühlcontainer, jeweils mechanisch gekühlt und beheizt. Siehe Kühlcontainer.
- 22U1 und 42U1 — Open-Top-Container in 20 und 40 Fuß.
Gewichte, Volumen und Warnzeichen
Neben den beiden Codes trägt die Türseite sogenannte Betriebskennzeichnungen. Die Gewichtsangaben sind nach ISO 6346 Pflicht — und genau mit ihnen arbeiten Käufer in der Praxis.
- MAX GROSS — die zulässige Gesamtmasse aus Container und Ladung. Sie muss mit der zulässigen Gesamtmasse auf der CSC-Plakette übereinstimmen.
- TARE — das Leergewicht des Containers. Gesamtmasse und Leergewicht sind Pflichtangaben, in mindestens 50 mm hohen Zeichen.
- NET oder PAYLOAD — die verfügbare Nutzlast, also Gesamtmasse minus Leergewicht. Freiwillig: Manche Eigentümer schreiben sie unter das Leergewicht, andere nicht.
- Volumen (oft als CU. CAP. beschriftet) — der Innenraum, meist in m³ und Kubikfuß. Üblich, aber keine Pflichtangabe.
- Höhenmarkierung — Pflicht bei Containern über 2,6 m (8 Fuß 6 Zoll): schwarze Ziffern auf gelbem Grund, an jeder Seitenwand nahe der oberen rechten Ecke unter der Containernummer, mit der Höhe in Metern auf eine Nachkommastelle und in Fuß und Zoll. Ein High Cube zeigt 2,9 m bzw. 9’6”.
- Warnzeichen vor Oberleitungen — ein schwarzer Blitz auf gelbem Grund, Pflicht neben der Leiter bei jedem Container, der eine hat.
Aufgemalte Gewichte und Datenblattwerte stimmen nicht immer überein: Das Leergewicht schwankt zwischen Herstellern und Baujahren, und ältere Einheiten sind oft niedriger plakettiert als die aktuelle Produktion. Maßgeblich für die einzelne Einheit ist die CSC-Plakette. Sie ist meist außen an der linken Tür angenietet und nennt Zulassungsnummer, Monat und Jahr der Herstellung, die Gewichtswerte sowie das nächste Prüfdatum oder den Verweis auf ein ACEP-Prüfprogramm. Mehr dazu im Ratgeber zur CSC-Plakette und, mit typischen Werten je Größe, unter Containergewicht.
Was Sie vor der Übernahme prüfen sollten
- Die Nummer an der Tür stimmt mit Angebot, Lieferschein oder Rechnung überein, und die Prüfziffer geht auf.
- Der Typcode entspricht der Bestellung. Typische Verwechslungen: 45G1 statt eines echten 45-Fuß-Containers und 22G1 statt eines 20-Fuß-High-Cube (25G1).
- MAX GROSS an der Tür stimmt mit der CSC-Plakette überein.
- Das vierte Zeichen des Typcodes ist eine Ziffer — es sei denn, Sie haben einer Einheit mit verminderter Festigkeit bewusst zugestimmt.
Den baulichen Zustand prüfen Sie am besten anhand unserer Checkliste zur Containerprüfung. Und wenn Sie ein Angebot anfordern, nennen Sie gern den gewünschten Typcode — dann ist eindeutig, welcher Container gemeint ist.